1. September 2020
Auszubildende im Bootsbauhandwerk
IG Metall fordert finanzielle Unterstützung vom Land für Auszubildende im Bootsbauhandwerk
IG Metall fordert finanzielle Unterstützung vom Land für Auszubildende im Bootsbauhandwerk in Landesfachklassen

Zu wenig Geld - pennen im Zelt? unter diesem Motto machen die Auszubildenden zu Bootsbauer*innen gemeinsam mit der IG Metall auf ihre Situation aufmerksam.

Einladung zur Pressekonferenz am Aktionstag am 3. September 2020 um 13:30 Uhr vor der Landesberufsschule für Boots- und Schiffbauer, Wiekstraße 5, 23570 Lübeck-Travemünde am Aktionsbus der IG Metall

Im Berufsschulzentrum auf dem Priwall in Lübeck werden Bootsbauer*innen aus verschiedenen Bundesländern in sogenannten Landesfachklassen im Blockunterricht ausgebildet. Auszubildende müssen dort teilweise aus Kostengründen während des Blockunterrichts zelten ? Die Kosten für Unterkunft (429,00 €) und Verpflegung im Internat müssen nämlich von den Auszubildenden selbst getragen werden und sind oft höher als die Ausbildungsvergütung von 311- 518 € pro Monat im 1. Ausbildungsjahr.
Die Agentur für Arbeit kann im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe keine Kosten des Blockunterrichts bezuschussen und zusätzlich laufen die Kosten für die Wohnung am Ausbildungsort während des Unterrichts auf dem Priwall weiter.
Aus diesem Grund haben sich die zukünftigen Bootsbauer*innen an die IG Metall gewandt und diese Missstände auch dem Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Lübeck mitgeteilt.

Mit unserem Aktionstag wollen wir ein Zeichen setzen, dass in den Berufen ausgebildet werden soll, ohne danach hoch verschuldet ins Arbeitsleben zu starten so Hanna Holler, eine der betroffenen Auszubildenden zur Bootsbauerin aus Kiel.

Grundsätzlich wollen wir als IG Metall, dass diese Kosten vom Ausbildungsbetrieb getragen werden. Da wo es in kleinen Betrieben finanziell nicht geht, muss die Landesregierung helfen, so Henning Groskreutz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Lübeck-Wismar, es kann nicht sein, dass die Politik entscheidet, die Ausbildung in Landesfachklassen zu zentralisieren und dann die Mehrkosten dafür nur die Schülerinnen und Schüler zu tragen haben. In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Hessen ist das bereits besser geregelt.

Dass Auszubildende auf dem Priwall sprichwörtlich auf der freien Wiese übernachten müssen, ist nicht hinnehmbar, erklärt Martin Bitter, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Rendsburg, da muss Abhilfe geschaffen werden.

Wenn wir die Ausbildung im Bootsbauhandwerk attraktiver machen wollen, müssen wir die Rahmenbedingungen für die Auszubildenden besser gestalten, dazu gehört auch, dass sie kein Geld mitbringen, um Ihre Ausbildung zu finanzieren, so Stephanie Schmoliner, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Kiel- Neumünster.

Zur Pressekonferenz vor Ort um 13:30 Uhr sind auch Vertreter der Handwerkskammer und der Politik eingeladen.

Ansprechpartner:
Hendrik Matz, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Lübeck-Wismar
hendrik.matz@igmetall.de
Mobil +49 15116239322


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