Die Situation bei der NordAlu GmbH in Neumünster hat sich seit Beginn des Jahres 2026 deutlich zugespitzt. Nach Informationen der IG Metall sind Rechnungen nicht mehr fristgerecht beglichen worden. Entgelte an die Beschäftigten wurden in der jüngeren Vergangenheit erst nach erheblichem Druck durch Massengeltendmachungen ausgezahlt.
Nach übereinstimmenden Berichten aus dem Betrieb fehlt es aktuell sowohl an Material als auch an einer für die Aluminiumverarbeitung notwendigen Energieversorgung. Vor diesem Hintergrund ist die Produktion seit dem 01.06.2026 eingestellt worden. Die Maschinen stehen still, da ein sicherer Betrieb unter den gegebenen Bedingungen nicht gewährleistet ist.
Kritisch bewertet die IG Metall zudem den Umgang mit den betrieblichen Interessenvertretungen. Dem Betriebsrat und der IG Metall liegen bislang nicht alle erforderlichen Unterlagen vor, um die wirtschaftliche Situation fundiert beurteilen zu können. Damit wird gegen geltendes Tarif- und Mitbestimmungsrecht verstoßen.
„Die Beschäftigten bangen derzeit um ihr Entgelt und damit um ihre Existenz. Wir sind bereit, konstruktiv Lösungen zur Sicherung der NordAlu zu gestalten. Dafür brauchen wir aber Transparenz. Gleichzeitig haben die Kolleginnen und Kollegen in der Vergangenheit gezeigt, dass sie gemeinsam für ihre Rechte eintreten“, erklärt Steffen Kreisl, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Kiel-Neumünster.
Der Betriebsrat beschreibt die Lage der Belegschaft als zunehmend belastend:
„Die Kolleginnen und Kollegen erleben eine akute Notlage. Ungewissheit über die wirtschaftliche Entwicklung, verzögerte Zahlungen und der Stillstand im Betrieb wirken sich massiv auf den Alltag der Beschäftigten und ihrer Familien aus. Wir erwarten, dass die Mitbestimmungsrechte gewahrt und wir umfassend informiert werden.“
Auch mit Blick auf den Industriestandort Neumünster wächst die Sorge:
„NordAlu ist ein wichtiger Bestandteil der industriellen Wertschöpfung in der Region. Jetzt müssen alle Beteiligten an einen Tisch, um tragfähige Lösungen zu entwickeln und den Standort sowie die Arbeitsplätze zu sichern.“, so Stephanie Schmoliner, Geschäftsführerin und 1. Bevollmächtigte der IG Metall Kiel-Neumünster.
Unterstützung erhält die Belegschaft auch aus der Kommunalpolitik. Auf Einladung des Neumünsteraner Oberbürgermeisters Tobias Bergmann wird am 10. Juni 2026 ein industriepolitischer Runder Tisch zur Zukunft der NordAlu im Rathaus stattfinden.
Die IG Metall fordert die Unternehmensleitung und die Gesellschafter auf, umgehend für Transparenz zu sorgen, die Entgeltzahlungen verlässlich sicherzustellen und gemeinsam mit den Interessenvertretungen tragfähige Perspektiven für den Standort zu entwickeln.