NordAlu vor dem Rathaus

Rundertisch NordAlu
Erneuter Runder Tisch zu NordAlu bleibt deutlich hinter den Zusagen vom 10. Juni 2026 zurück.

IG Metall und Betriebsrat zeigen sich enttäuscht und kündigen weitere Schritte an

NordAlu gemiens ist alles möglich

Erneuter Runder Tisch zu NordAlu bleibt deutlich hinter den Zusagen vom 10. Juni 2026 zurück. IG Metall und Betriebsrat zeigen sich enttäuscht und kündigen weitere Schritte an.

Beim heutigen industriepolitischen Runden Tisch zur Zukunft der NordAlu GmbH im Neumünsteraner Rathaus kamen unter Moderation von Oberbürgermeister Tobias Bergmann die Geschäftsführung, der Betriebsrat, die IG Metall, das Wirtschaftsministerium, die Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter zusammen.

Der Geschäftsführer Michail Theodorakopoulos nahm erstmalig persönlich an dem Termin teil. Verbindliche Antworten zu den offenen Vereinbarungen und zur konkreten Zukunft der NordAlu hat die Geschäftsführung jedoch erneut nicht in ausreichendem Maße geliefert. Als Begründung verweist die Unternehmensführung auf die laufenden Investorengespräche.

Zu den Zusagen aus dem Termin am 10. Juni 2026 gehörte die Übermittlung wirtschaftlicher Kennzahlen und Planungen an den Betriebsrat. Diese Unterlagen waren bis zum heutigen Tag nicht übermittelt. Es gab heute jedoch eine erneute Zusage diese heute nachzureichen, damit ab kommender Woche der Wirtschaftsausschuss im Betrieb regelmäßig stattfinden kann.

Die Lösung der Energieproblematik, die Klärung der Standortfrage sowie die Wiederaufnahme der Produktion hängen nach Aussage der Geschäftsführung von den weiterhin laufenden Investorengesprächen ab. Eine konkrete Zeitleiste konnte die Geschäftsführung nicht benennen.

„Am 10. Juni wurden klare Zusagen bezüglich der Entgeltzahlungen gemacht. Die Realität sieht heute anders aus und die Kolleg:innen haben keine klare Perspektive, wann und ob sie ihr Entgelt erhalten.“, erklärt Steffen Kreisl, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Kiel‑Neumünster. „Zudem lagen uns bis heute weder die wirtschaftlichen Unterlagen vor, noch gibt es die notwendige Klarheit bei der Energieversorgung. Die Produktion wurde nicht wieder aufgenommen, stattdessen warten die Kolleg:innen zu Hause auf klare Perspektiven und auf ihr Entgelt. Ein produzierender Betrieb, der nicht produziert, erwirtschaftet keinen Umsatz - und das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherung der Entgelte der Beschäftigten.“

Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der NordAlu hatten sich ab 10:00 Uhr vor dem Rathaus versammelt und wurden im Anschluss über den aktuellen Stand der Gespräche informiert.

 

Der Betriebsrat der NordAlu erklärt: 

„Unsere Belegschaft steht weiterhin ohne verlässliche Perspektive und zudem ohne gesicherte Entgeltzahlung für den vergangenen Monat da. Zum Glück konnten wir heute mit dem Jobcenter passgenaue Lösungen für Härtefalle erarbeiten. Die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist erschöpft, sie bangen um die Zukunft ihrer Familien und haben zunehmende Zweifel an der Verlässlichkeit der bisherigen Zusagen der Geschäftsführung.“

 

Stephanie Schmoliner, Geschäftsführerin und 1. Bevollmächtigte der IG Metall Kiel-Neumünster fasst die Lage wie folgt zusammen:

„Wir wollen die Zukunft der NordAlu gestalten! Dafür reicht es aber nicht mehr, Absichten zu formulieren. Sollte es tragfähige Investorenlösungen geben, sind wir jederzeit bereit, über Perspektiven für den Standort zu sprechen. Wir müssen jetzt aber auch Schritte einleiten, um die Interessen unserer Mitglieder konsequent durchzusetzen. Dazu gehört auch die gerichtliche Durchsetzung offener Entgeltansprüche.“