NordAlu vor dem Rathaus

Rundertisch NordAlu
NordAlu: Arbeitgeber bleibt bei Versprechungen und nebulösen Zukunftsaussichten

Wiederaufnahme der Produktion zunehmen unrealistisch.

NordAlu: Arbeitgeber bleibt bei Versprechungen und nebulösen Zukunftsaussichten – Wiederaufnahme der Produktion zunehmen unrealistisch.

Auch der dritte „Runde Tisch NordAlu“ im Neumünsteraner Rathaus auf Einladung des Oberbürgermeisters Tobias Bergmann, endet ohne belastbare Zukunftsaussichten. Der zugeschaltete Geschäftsführer Michail Theodorakopoulos versprach den anwesenden Betriebsräten, sowie den Vertretern von IG Metall, Arbeitsagentur, JobCenter und Wirtschaftsministerium zwar erneut, dass Investitionen bevorstünden, doch wollte hierzu keine belastbaren Informationen bereitstellen – obwohl er Betriebsrat und Wirtschaftsausschuss darüber gesetzlich zur Auskunft verpflichtet ist. „Zu gern würden die Kollegen, die vor dem Rathaus stehen und auf Antworten warten, ihren Ausführungen weiterhin Glauben schenken, doch bloße Ankündigungen zahlen keine Miete“, fasste Gewerkschaftssekretär Sebastian Borkowski die Stimmung der Beschäftigten zusammen.

„Keine der Zusagen des Arbeitgebers aus dem vorherigen Zusammentreffen am 3. Juli 2026 wurde eingehalten: Weder wurden die notwendigen wirtschaftlichen Kennzahlen an den Betriebsrat übermittelt, noch wurden die ausstehenden Juni Gehälter gezahlt. Bei allen beteiligten verfestigte sich der Eindruck, dass die Geschäftsführung auf Zeit spielt und eine tatsächliche Wiederaufnahme der Produktion zunehmend unrealistisch erscheint.“, fasst Stephanie Schmoliner, Geschäftsführerin und 1. Bevollmächtigte der IG Metall Kiel-Neumünster die Lage zusammen. Betriebsrat, Oberbürgermeister, Gewerkschaft und Arbeitsagentur forderten NordAlu Eigentümer und Geschäftsführer nachdrücklich dazu auf, eine Insolvenzmeldung zu prüfen, um den Beschäftigten endlich die Möglichkeit zu eröffnen Insolvenzgeld zu beantragen.

„Die Mitarbeiter fühlen sich vom Inhaber und der Geschäftsführung im Stich gelassen. Noch immer sichern Teile der Beschäftigten die Produktionsanlagen gegen Schäden ab und machen zuverlässig, trotz fehlender Gehälter, ihre Arbeit. Sie reisen auf eigene Kosten an, warten vergeblich auf Ihr Gehalt und erwarten eine konkrete Zukunftsaussicht. Die privaten Sorgen werden für alle Mitarbeiter immer erdrückender.“, schilder der NordAlu-Betriebsrat die angespannte Situation.

Nur dem engagierten Einsatz von JobCenter und Arbeitsagentur in enger Zusammenarbeit mit Betriebsrat und IG Metall ist es zu verdanken, dass ab nächster Woche endlich Arbeitslosengeld- und Grundsicherungsanträge entgegengenommen werden können, obwohl der Arbeitgeber sämtliche Kooperation blockiert und den Beschäftigten wichtige Dokumente zur Antragstellung vorenthält.

„Wenn der Arbeitgeber die offenen Gehälter nicht bis Monatsende begleichen und die drängendsten Fragen nach der Zukunft des Betriebes nicht beantworten kann, gehen ihm nicht nur viele engagierte Fachkräfte verloren – die sich nachvollziehbarerweise bereits bei Arbeitgebern in der Region vorstellen – sondern dann muss er auch mit einer Strafanzeige wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung von uns rechnen.“, so Schmoliner. „Es geht hier um die Existenz von Menschen, die unverschuldet in diese Lage gekommen sind- das können wir nicht hinnehmen. Selbstverständlich stehen wir jederzeit für Gespräche und Maßnahmen bereit, um den Betrieb zukunftssicher aufzustellen und gemeinsam, um Investoren zu werben und die Arbeitsplätze und den traditionsreichen Industriebetrieb zu erhalten.“