NordAlu vor dem Rathaus

NordAlu Rundertisch
Fragezeichen bei den Zusagen der Geschäftsführung

bis zum 20. August entscheiden jetzt die Ergebnisse!

NordAlu:  Fragezeichen bei den Zusagen der Geschäftsführung – bis zum 20. August entscheiden jetzt die Ergebnisse!

Beim vierten Runden Tisch der Nordalu im Neumünsteraner Rathaus auf Einladung von Oberbürgermeister Tobias Bergmann haben sich die Beteiligten darauf verständigt, bis zum 20. August 2026 alle Möglichkeiten für den Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze zu ergreifen. Die Geschäftsführung hat in diesem Zuge konkrete Zusagen gemacht. Ob diese tatsächlich umgesetzt werden, ist jedoch weiterhin offen.

Geschäftsführer Michail Theodorakopoulos sowie Hauptgesellschafter Dimitrios Pilos nahmen persönlich an der Gesprächsrunde teil. Herr Pilos sagte zu, bis zum 20. August 2026 dringen Fragen zur Zukunft des Betriebs zu klären. Dazu gehören insbesondere die Zahlung der ausstehenden Entgelte der Beschäftigten für Juni und Juli 202 sowie der Erwerb des bislang gemieteten Betriebsgeländes. Zudem sollen alle weiteren Ausstände bei Geschäftskunden beglichen werden, damit die Produktion umgehend wieder aufgenommen werden kann. 

Grundlage für die Zusagen von Herrn Pilos ist eine Investitionszusage über 12 Mio. Euro. Unterlagen, die diese Investitionszusage nachprüfbar machen, bleibt der Arbeitgeber gegenüber Betriebsrat, Wirtschaftsausschuss und IG Metall jedoch weiterhin schuldig.

Am 25. August 2026 soll ein weiterer Runder Tisch in der bisherigen Besetzung stattfinden. Bis dahin wird die Unternehmensführung zeigen müssen, dass den Ankündigungen konkrete Ergebnisse folgen. Ansonsten bleibt nur der Insolvenzantrag durch das Unternehmen, damit für die Beschäftigten keine weiteren Nachteile durch ausbleibende Zahlungen entstehen.

 

Steffen Kreisl, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Kiel-Neumünster, erklärt:

„Nach den Erfahrungen der vergangenen Monate können wir die Zukunft der Beschäftigten nicht auf nicht überprüfbare Ankündigungen stützen. Deshalb bleiben Zweifel bestehen, ob die Ankündigungen tatsächlich umgesetzt werden. Entscheidend ist daher, ob bis zum 20. August tatsächlich die offenen Entgelte gezahlt werden, das Grundstück gekauft wird und belastbare Perspektiven für die Wiederaufnahme der Produktion am Standort entstehen. Aus diesem Grund werden die bereits eingeleiteten gerichtlichen Verfahren fortgeführt. Dazu gehören u.a. die Klagen zur Durchsetzung der Entgeltansprüche der Beschäftigten als auch die Durchsetzung der Beteiligungsrechte von Betriebsrat und Wirtschaftsausschuss bei der Einsicht der Unterlagen zur wirtschaftlichen Situation und Zukunft des Unternehmens.“

 

Der Betriebsrat der Nordalu ergänzt:

„Die Beschäftigten erleben seit Monaten eine enorme Belastung. Viele Kolleginnen und Kollegen haben dem Unternehmen trotz ausbleibender Entgeltzahlungen die Treue gehalten. Solange die von der Geschäftsführung angekündigten Maßnahmen nicht umgesetzt sind, bleiben die Unsicherheiten bestehen. Der bislang trotz ausstehender Entgeltzahlungen aufrechterhaltene Notdienst wird kommende Woche eingestellt. Die Kolleginnen und Kollegen dürfen durch die Beschäftigung im Notdienst keine Nachteile beim Bezug von Arbeitslosengeld riskieren. Was anschließend mit dem Betrieb und der Sicherheit geschieht, liegt nicht mehr in unserer Hand.“

 

Stefanie Schmoliner, Geschäftsführerin der IG Metall Kiel-Neumünster, fasst die Situation zusammen:

„Die Beschäftigten haben in den vergangenen Monaten eine außergewöhnliche Loyalität gegenüber ihrem Unternehmen gezeigt. Solange die zugesagten Schritte nicht umgesetzt sind, werden wir alle rechtlichen Maßnahmen zur Absicherung der Ansprüche und Rechte der Beschäftigten konsequent fortsetzen.  Die Beschäftigten müssen schließlich ihre Miete zahlen, Essen kaufen und ihre Familien versorgen.

Parallel dazu findet am 12. August um 10:00 Uhr im Betrieb eine Jobmesse in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit statt. Die Veranstaltung soll den Beschäftigten die Möglichkeit geben, sich über alternative Beschäftigungsmöglichkeiten zu informieren und gegebenenfalls neue berufliche Perspektiven zu entwickeln. Die Durchführung der Jobmesse bedeutet keineswegs das Ende der Bemühungen um den Erhalt des Standorts, sondern dient der Absicherung der Beschäftigten in einer weiterhin extrem unsicheren Situation.“